Mann wofür bist du hier…und wie macht das alles Sinn?

Mann wofür bist du hier…und wie macht das alles Sinn?

Einst waren wir alle kleine Prinzen…der kleine Prinz tut sich schwer damit, weil die Erwachsenen, die „großen Leute“, es ihm wahrlich nicht leicht machen, in ihrem Tun einen Sinn zu erkennen. Wie sinnvoll ist es zum Beispiel, zunehmend mehr Zeit am Smartphone zu hängen, um mich mit anderen zu verbinden. Kann ich mich doch überall und zu jeder Zeit in ein mediales Netzwerk einklinken und mich zugehörig fühlen. Darüber hinaus erfahre ich Lustiges, Trauriges, Informatives, Aufklärendes und Emotionales…Abgesehen von den Mengen sinnentleerter Inhalte geht es oft um Liebe, um Frieden, Mitgefühl und Nächstenliebe, um Heilung,…letztendlich ist es ja auch meine Sehnsucht heil zu werden.


Ich glaube, dass uns eine kollektive Sehnsucht nach heil werden in all diesen Netzwerken verbindet – überhaupt das Bedürfnis dazuzugehören, beachtet, angenommen, mit anderen Menschen verbunden zu sein. In den wenigen Momenten jedoch, in denen ich dieses Gefühl tiefer Verbundenheit, insbesondere unter Männern real erlebe braucht es nichts, wenn ich im Herzen berührt bin, ist für einen Augenblick Frieden und Stille…
„man sieht nur mit dem Herzen gut, sagt der kleine Prinz, das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar
…“
Ich bin nicht wirklich unsichtbar, wenn ich mich digital mitteile, etwas poste,…meine Gedanken, Gefühle, meine Meinung in Worte fasse…mehr eine scheinbare Distanz die mir eine vermeintliche Sicherheit vermittelt, weil niemand merkt, dass meine Worte mitunter mehr Wunsch als Wirklichkeit sind. Aber nach mittlerweile vielen Jahren, in denen ich lerne zu verstehen, dass alle Erfahrungen den Sinn haben mich selbst kennen zu lernen, bin ich davon überzeugt, dass Heilung nur geschehen kann, wenn ich mit mir und meinem so Sein im Reinen bin.

Ich bin die Summe aller Erfahrungen meines Erlebens. Ich bin richtig wie ich bin, auch mit den Anteilen in mir die ich ablehne, wofür ich mich schäme und die ich zu verbergen versuche. Es ist meine Individualität, meine Persönlichkeit und letztendlich meine einzigartige Schönheit, die mich ausmacht. Wenn ich mich traue – entgegen jeglicher erdachten Ideale – mein Innenleben zu offenbaren, mich den Menschen in meinem authentischen Naturell zu zeigen, berührt es, verbindet es und macht frei.


Für mich beschreibt der Begriff Selbstbewusstsein genau das – ich bin mir bewusst was mich zu dem Menschen gemacht hat der ich geworden bin und kann mich mit all dem lieben und anerkennen.

Mir gefällt die Geschichte vom kleinen Prinzen, als Synonym zu dem Kind in mir, dem Kind in uns allen. Meines ist jedoch schon sehr bald verstummt, weil ich, der „Große“ es nicht mehr wahr genommen habe. Irgendwann ist man erwachsen und einfach Mann!?
Aber was für ein Mann bin ich geworden? Was für ein Mann bist du geworden? Was heißt Mann sein überhaupt? Meine Antwort darauf ist: wenn ich weiß was ich will und warum!

Ich habe früh gelernt, dass das Leben kein Spiel ist, dass Schule, lernen, Ausbildung, Arbeit, ja – dass Pflichten wichtig sind, will ich es im Leben zu was bringen. Alle anderen machen es ja auch so, und ich will ja schließlich kein Außenseiter sein. Für gute Leistung wurde ich gelobt und mitunter belohnt, und wenn’s mal nicht so gut geworden ist, na ja, das nächste Mal muss ich mich halt mehr anstrengen, dass ich mich später im Berufsleben behaupten kann, wenn der Ernst des Lebens beginnt. Ehrgeiz zu entwickeln hat tatsächlich den Vorteil strebsam zu sein und gute Leistungen zu erbringen. Der Lohn ist Anerkennung, Lob, Wertschätzung wenn ich mich so zeige, wie ich glaube, für andere richtig zu sein, und darüber hinaus gibt es noch gutes Geld. Alles super…

Wofür aber strebe ich nach Anerkennung und Lob, wofür Wertschätzung…und Geld mit dem ich mir in sportlichen und PS starken Autos Respekt erkaufen kann? Damit ich schneller bin als andere, beachtet werde, ein toller Typ, auf den andere neidisch sind, erfolgreich im Job, auf der Siegerseite…. aber warum muss ich erst Leistung erbringen, mitunter bis zur Erschöpfung, schwierige Lebensstadien durchlaufen, Beziehungsprobleme, Scheidungen, Lebenskrisen,  Depression,…nur um beachtet und wertgeschätzt zu werden,…bin ich denn ohne all meine erbrachten Leistungen nichts wert? Bin ich es nicht wert, ohne Status und Titel, ohne Errungenschaften, einfach nur weil ich der bin der ich bin geliebt zu werden…?

 

Und warum bin ich nicht wirklich glücklich, erfüllt und lebensfroh,…hab ich doch eigentlich alles…weil wir Menschen nun mal sinnliche Wesen sind, die nach Sinnhaftigkeit streben und keine Pflichterfüllungsmaschinen! Weil mit Liebe gemacht erfüllt und aus der Freude am Tun Begeisterung entsteht. Weil Pflicht anstrengend ist, und aus freudlosem Tun eine Not wird. Und wir bleiben mit noch so vielen Errungenschaften, Titeln und gesellschaftlichem Status in der äußeren Welt innerlich leer. Begierig nach Macht, begehrlich nach Liebe…ohne sinnstiftenden Lebensinhalt keine wirkliche Lebensfreude, keine Begeisterung, kein erfüllt Sein, der kleine Prinz in dir, dein Selbst stirbt. Das Licht in dir erlischt.
Der „ideale“ Nährboden sich zu vergleichen, der Keim für Neid, Missgunst und Unzufriedenheit, Enttäuschung, Schuldzuweisung, letztendlich Verbitterung, aus der sich der Konkurrenzkrieg im wirtschaftlichen Verdrängungswettbewerb gebiert, in dem wir Männer mit gepanzerten Herzen auf dem Schlachtfeld die längst vergessene Idee der sozialen Marktwirtschaft verteidigen, um an einem illusorisch-grenzenlosen Wachstumserfolg zu partizipieren.

Hier schließt sich für mich wieder der Kreis. Das Kind in mir will leben. Das Kind in mir ist die Lebensfreude, das Staunen, die Begeisterung, die Neugierde…das Kind will Spaß haben, mit anderen spielen und die Welt entdecken…sich entdecken…ein Kind ist ehrlich, es ist lustig und es ist traurig, es ist fröhlich und es ist zornig, es ist ungeduldig und aufgeregt…so wie alle anderen auch,…einfach echt, einfach natürlich,…es ist meine Freude, mit dem kindlichen Teil in mir wieder in Berührung zu kommen, berührt zu sein, einen Schatz in mir wieder zu entdecken, der mir in manchen Momenten ein Staunen und Leuchten in meine Augen zaubert, das lange im Schatten meines Unbewussten verborgen war. Das Kind in uns verbindet uns mit der Essenz unserer Existenz, der Liebe aus der wir entstanden sind.

 

Liebe die beschützt, was uns nährt. Liebe die alles Leben achtet. Liebe die alles verbindet…ohne Liebe keine Leben! Worauf also richte ich meine Aufmerksamkeit, was führt mich, woran glaube ich? Glaube ich an die Führung meines Herzens, der messbar stärksten Energiequelle im menschlichen Körper…? So wie das Wasser der Erdanziehung folgt, und die Ozeane den Gezeiten von Ebbe und Flut folgen, ebenso folgt Energie der Aufmerksamkeit. Wenn ich glaube ich kann ja eh nichts tun, ich bin das Opfer widriger Umstände, ich bin nicht verantwortlich, andere sind schuld, wird das so sein. Wenn ich an mich, an mein Potenzial, an meine Schöpferkraft glaube, kann ich sprichwörtlich Berge versetzen.

Visionäre wie Martin Luther King, Gandhi, Nelson Mandela,….haben an sich und ihre Vision eines freien Menschen geglaubt…Das Leben ist ein Spiegelbild meines Selbstbildes – ich bin der Schöpfer meines Lebens. Ich will meine Aufmerksamkeit darauf richten, was mir Freude macht, und tue mir doch oft so schwer damit. Aber hier finde ich die Antwort nach dem „Wofür“. Mir war die längste Zeit meines Lebens nicht bewusst, was ich will, habe nie nach dem „Wofür“ gefragt. Ich bin dem Leben, dem Universum unglaublich dankbar, dass ich die Botschaften, die Zaunpfähle und Scheunentore auf meinem Weg durchs Leben nicht übersehen habe. Wir sind  alles, wir haben alles in uns was wir brauchen um ein glückliches und erfülltes Leben zu leben, wenn wir wagen zu ent-decken was in uns steckt,…oder wie der Neurobiologe Gerald Hüther den Mythos Mann beschreibt:

„Doch vor dem eigentlichen Wagnis, dem wahren Abenteuer schrecken viele bis heute zurück: vor der riskanten Reise in die Höhle des eigenen Herzens, vor der Expedition in das dunkle und unbekannte Innere, vor der Begegnung mit sich selbst“

Ich bin davon überzeugt, dass wir alle geführt sind, den Sinn unserer Existenz zu erfahren. Wofür bist du hier…was macht Dich aus…wofür brennst du…Mann
wofür bist Du hier?

Von Peter Ehrenfels – Herzenskrieger